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Doktorandenausbildung am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Die Doktorandenausbildung erfolgt an diesem Max-Planck-Institut im Sinne einer strukturierten Doktorandenbetreuung, in Anerkennung des bereits Geleisteten und zur Betonung der wissenschaftlichen Selbständigkeit der Doktoranden. Sie ist nicht in ein getrenntes Programm ausgelagert, sondern in die wissenschaftliche Arbeit des Instituts integriert. Geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung dienend steht sie unter der Idee, die freie wissenschaftliche Entfaltung einer jungen Wissenschaftlerpersönlichkeit im Aufgabenbereich des Instituts fördernd zu begleiten, unbeschadet einer Projektanbindung, die ein fokussiertes Ausbildungsprogramm ermöglicht. Auf dieser Grundlage stehen derzeit die vier Säulen dieser Betreuung.

Doktorandenausbildung am Institut ist Chefsache. Jeder Direktor leitet sein eigenes, in der Regel wöchentlich stattfindendes Seminar für die Forschung seiner Doktoranden, an dem auch die von ihm oder ihr betreuten Habilitanden und andere Postdocs teilnehmen. Das jeweilige Seminar steht dem anderen Direktor und seinen Mitarbeitern ebenso offen wie interessierten Gästen. Diese beiden Seminare bilden die wichtigste der vier Säulen. In ihrem Rahmen werden zum einen wegweisende Studien mit Blick auf Theorie, Methode und Konsistenz der Ergebnisse analysiert. Insoweit gilt das Modell des exemplarischen Lernens: Anhand von wissenschaftlichen Arbeiten, die den Diskurs in einem bestimmten Forschungsfeld prägen, lässt sich besonders anschaulich zeigen, wie erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten erfolgen kann. Zum anderen werden in diesen Seminaren die eigenen Arbeiten einer Diskussion unterzogen. Alle Teilnehmer sind aufgefordert, sowohl zu sagen, was sie aus dem Text mitnehmen als auch, wo man Probleme sieht und wie man es anders machen könnte. Dies ist für alle Teilnehmer lehrreich. Die Direktoren führen danach regelmäßig Vieraugengespräche mit den Doktoranden, welche der vielen, bisweilen widersprüchlichen Anregungen sie aufnehmen sollten. Es ist üblich und erwünscht, dass Doktoranden zweimal im Jahr in diesem Kreis eigene Arbeiten vorstellen. Das Institut prüft, wie diese bewährte Form im Rahmen einer International Max Planck Research School (IMPRS) weitergeführt werden kann.
 
Eine zweite Säule der Doktorandenausbildung bildet die wöchentlich stattfindende Referentenbesprechung, an der alle wissenschaftlichen Mitarbeiter und viele Gäste teilnehmen. Hier begegnet sich regelmäßig das gesamte Institut, alle lernen voneinander. Diese Referentenbesprechung, bei der aktuelle Themen vorgestellt werden, gewährleistet, dass die Doktoranden mit der ganzen Breite des Faches vertraut werden. Zudem üben sie bei ihren Vorträgen vor der großen Gruppe (bis zu 80 Personen) sogenannte „professional skills“. Die Direktoren sorgen dafür, dass Doktoranden, die hier Nachholbedarf haben, geeignete Weiterbildungsangebote wahrnehmen.
 
Die dritte Säule der Doktorandenausbildung bilden spezifische Veranstaltungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Hervorzuheben ist dabei die jährliche Max Planck Master Class. Sie besteht darin, dass eine bedeutende Persönlichkeit ihren Forschungsansatz und Ergebnisse über mehere Tage mit den Mitarbeitern des Hauses, also gerade auch den Doktoranden, diskutiert. Die Referenten waren bislang Eyal Benvenisti (2012), Jürgen Habermas (2013), Martti Koskenniemi (2014), Emmanuelle Tourme-Jouannet (2015), Michael Zürn (2016). Darüber hinaus organisiert das Institut andere spezifische Kurse und Schulungen wie Software- und Datenbankeneinführungen, Sprachkurse u.a.m. Diese Sprachkurse sollen insbesondere die Wissenschaftler befähigen, wissenschaftliche Literatur, die nicht auf Deutsch oder Englisch erschienen ist, zu würdigen und u.U. selbst wissenschaftliches Schreiben in anderen Sprachen zu trainieren.
 
Selbstorganisierte Veranstaltungen der Doktoranden und sonstiger Mitarbeiter bilden die vierte Säule der Doktorandenausbildung am Institut. Dazu zählen ein eigenes Doktorandenseminar sowie diverse thematisch gefächerte Diskussionskreise, zu denen sich interessierte Wissenschaftler zusammenfinden. Das Institut unterstützt Retreats der Doktoranden und ermutigt sie zu Forschungs- und Praxisaufenthalten im In- und Ausland.
 
Die Ausschreibung der Doktorandenstellen erfolgt oft im Rahmen einer internationalen Ausschreibung. Manche Doktoranden sind in kleinere, oftmals mit Drittmitteln finanzierte Forschungsgruppen eingegliedert, für die spezifische Ausschreibungen erfolgen. Die Ziele eines Dissertationsprojekts sowie die Rahmenbedingungen werden normalerweise in einer Betreuungsvereinbarung festgelegt.
 
Mit Blick auf die Thesis Advisory Committees plant das Institut, dass der Betreuer gemeinsam mit den Doktoranden bei passenden Themen einen External Advisor für ihre Dissertation gewinnt. Dies kann insbesondere bei interdisziplinär angelegten Promotionsvorhaben sinnvoll sein. Die Doktoranden sollen nach Möglichkeit bei dieser Person einen Forschungsaufenthalt durchführen. Die Doktoranden sind ferner aufgefordert, für sie wichtige Wissenschaftler an das Institut einzuladen, um mit ihnen ihre Forschung zu besprechen. In der Regel führt dies zu interessanten Institutsvorträgen und Seminaren. Darüber hinaus besteht im Institut ein enger Kontakt zwischen den Doktoranden und den Habilitanden und anderen Postdocs, welche den jüngeren Kollegen zur Seite stehen.
 
Mit Blick auf die Sicherstellung der guten wissenschaftlichen Praxis führen die Direktoren einmal im Jahr eine gemeinsame Veranstaltung durch, auf der einschlägige Dokumente der Max-Planck-Gesellschaft und der Vereinigung der deutschen Staatsrechtslehrer diskutiert werden.
 

Die Doktoranden des Instituts haben gemäß der neuen Satzung des Promovierendennetzwerks der Max-Planck-Gesellschaft (Max Planck PhDnet) zwei Doktorandenvertreter gewählt. Es ist bewährte Institutstradition, dass die Doktorandenvertreter ihr Amt gemeinsam und gleichberechtigt ausüben.

Matthias Schmidt ist der gewählte externe Doktorandenvertreter des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht innerhalb des Max Planck PhDnet.

Raffaela Kunz ist die gewählte interne Doktorandenvertreterin des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht.

Es wird darum gebeten, Anfragen betreffend die Betreuung von Dissertationen im Zusammenhang mit einer eigenen Bewerbung ausschließlich an die  Direktoren zu richten. Anfragen, deren Beantwortung aus dem ausführlichen Leitfaden für Initiativbewerbungen hervorgeht, werden nicht beantwortet.

Geändert am: 24.06.2016