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Sie befinden sich hier: Forschung Forschung nach Rechtsgebieten Deutsches und ausländisches öffentliches Recht, Rechtsvergleichung Ius Constitutionale Commune en América Latina ICCAL-DEI

Ius Constitutionale Commune en América Latina y Derecho Económico Internacional (ICCAL-DEI)

Leiter(in):

Armin von Bogdandy

Franz Christian Ebert

Über das Projekt:

Das Forschungsprojekt ICCAL-DEI befasst sich mit der Beziehung zwischen dem transformativen Konstitutionalismus in der Lesart des Ius Constitutionale Commune en América Latina (ICCAL) und dem Internationalen Wirtschaftsrecht („IWR“ bzw. „DEI“ nach der spanischen Bezeichnung). Das IWR ist für das ICCAL in mindestens zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Einerseits können dessen Instrumente die Verwirklichung der Ziele und Prinzipien des ICCAL, insbesondere bezüglich der Menschenrechte und der sozialen Inklusion, erschweren. So sind etwa Schiedssprüche von Investitionsschutzgerichten oder die mit Konditionalitäten versehenen Finanzierungsprogramme von IWF und Weltbank immer wieder mit Blick auf ihre negativen sozialen Auswirkungen in der Region kritisiert worden. Andererseits erfordert die Umsetzung der Prinzipien und Ziele des ICCAL, gerade auch mit Blick auf sozioökonomische Rechte, ein Mindestmaß an Entwicklung, zu dem ein angemessen ausgestaltetes IWR Erhebliches beitragen kann.

Das ICCAL-DEI-Projekt untersucht die Interaktionen beider Rechtsbereiche durch rechtliche und empirische Bestandsaufnahmen sowie durch konzeptionelle Studien. Zentraler Gegenstand des Forschungsprojekts sind ausgewählte Teilbereiche des Wirtschaftsvölkerrechts, wie das internationale Investitionsschutzrecht, das Welthandelsrecht sowie das Recht der internationalen Finanzinstitutionen. Auch Fragen der Regulierung transnationaler Unternehmen werden beleuchtet.

Im Rahmen des Projekts hat das Institut in den letzten vier Jahren verschiedene wissenschaftliche Veranstaltungen durchgeführt. Diese dienten auch dem Ziel, einen Dialog zwischen Experten des lateinamerikanischen Verfassungsrechts und des internationalen Wirtschaftsrechts herzustellen, innerhalb dessen die für das Projekt relevanten Fragestellungen bearbeitet werden können. Zu diesen Veranstaltungen zählen zwei mehrtägige Konferenzen, die  im November 2014 und im Dezember 2015 am Institut abgehalten wurden. Außerhalb Heidelbergs fanden Expertentagungen zum Thema etwa im August 2016 an der Universidad de los Andes in Bogotá sowie im August 2017 in Kooperation mit der Fundação Getulio Vargas in Rio de Janeiro statt. Hervorzuheben ist ferner eine Kooperation des Instituts mit der Universidad del Norte in Barranquilla. Neben der Durchführung von mehreren kleineren Veranstaltungen erfolgt eine gezielte Zusammenarbeit im Kontext des Forschungsseminars dieser Universität, wo Fragestellungen des ICCAL-DEI-Projekts Eingang in von Studenten erstellte Forschungsarbeiten finden.

Ergebnisse der genannten Tagungen fließen in einen spanischsprachigen Sammelband ein, der 2018 erscheinen wird. Dieser stellt zugleich die Grundlage für einen Sammelband in englischer Sprache dar, dessen Veröffentlichung für 2019 geplant ist. 

Mitarbeiter(innen):

Pedro Villarreal

Mariela Morales Antoniazzi

Publikationen

  • von Bogdandy, Armin, Pedro Salazar Ugarte, Mariela Morales Antoniazzi, Franz Christian Ebert (Hrsg.): El Constitucionalismo Transformador en América Latina y el Derecho Económico Internacional. De la tensión al diálogo. Universidad Nacional Autónoma de México, Mexiko Stadt, 2018 (im Erscheinen), im Erscheinen..
  • Fach Gómez, Katja: Inversiones internacionales y corrupción en América Latina: La función del arbitraje de inversiones en el avance de la institucionalidad democrática (International Investments and Corruption in Latin America: The Role of Investment Arbitration in the Advancement of Democracy). In: MPIL Research Paper Series No. 2017 - 23, 2017.

Weitere Links

Website der Universidad del Norte, Barranquilla, zur Kooperation im Rahmen des ICCAL-DEI-Projekts

Expert Workshop - Transformative Constitutionalism in Latin America and International Economic Law: Avoiding Conflict and Fostering Dialogue

Fundação Getulio Vargas Rio de Janeiro, 28.-29. August 2017