Globaler Wissenstransfer

Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert sich das Institut seit fast zehn Jahren im Ausland in einer Reihe von Projekten des Globalen Wissenstransfers. Diese Projekte werden im Wesentlichen durch Drittmittel
(z. B. Auswärtiges Amt, Europäische Union, United Nations Development Programme (UNDP)) finanziert und richten sich insbesondere an Länder, die nach Konflikten rechtstaatliche und demokratische Strukturen anstreben.

Wesentliche Schwerpunkte des Globalen Wissenstransfers sind die Unterstützung von Verfassungsprozessen
(z. B. in Somalia mit UNDP-Finanzierung und im Sudan mit EU-Finanzierung) und Hilfestellungen beim Wiederaufbau und der Stabilisierung neuer Rechtsordnungen durch die Ausbildung von Justizpersonal (Referendare, Richter an Verfassungs- und anderen Gerichten, Ministerialbeamte und anderen Juristen z. B. in Afghanistan mit AA-Finanzierung). Das Institut engagiert sich aber auch in der Hochschulbildung (z. B. mit einem Master-Programm in Chile mit DAAD-Finanzierung) und bei Verwaltungsrechtsreformen (z. B. in der Mongolei und in Afghanistan v.a. mit AA-Finanzierung). Der Ursprung der Globalen Wissenstransfer Projekte war die maßgebliche und erfolgreiche Beteiligung des Instituts bei der Aushandlung des Friedensabkommens zwischen Nord- und Südsudan und der folgenden Erarbeitung der Übergangsverfassung, die bis heute den Rahmen für einen relativ stabilen Frieden bildet.

Durch den Globalen Wissenstransfer gelingt es, die Forschungsergebnisse des MPIL direkt für Entwicklungsprojekte fruchtbar zu machen. Diese Aktivitäten sind mit der grundsätzlichen Ausrichtung des Instituts auf die Grundlagenforschung eng verwoben. Das Institut greift bei seinen wissenschaftlichen Transferleistungen auf die vielfältigen Arbeiten seiner Wissenschaftler zur Rechtsvergleichung und zum Völkerrecht zurück. Gleichzeitig liefert die Projektarbeit für das Institut aus wissenschaftlicher Perspektive wertvolle Impulse. Einige wissenschaftliche Projekte wurden durch diese Tätigkeit initiiert. Forschungsarbeiten zu Ländern wie Libyen oder Somalia wären kaum möglich, wenn nicht Projektmitarbeiter eng mit Juristen in diesen Ländern zusammenarbeiten würden. Die Ergebnisse sind zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze, mehrere Dissertationen und einzelne Habilitationsschriften.

Dieser Bereich wird vom Institutsdirektor Prof. Dr. Dr. h.c. Rüdiger Wolfrum geleitet. Verantwortlich für die Nahost- und Zentralasien-Projekte und das Sekretariat Globaler Wissenstransfer ist Dr. Tilmann Röder. Dr. Matthias Reuss leitet die Afrika-Projekte.



 

Kontakt

Sekretariat Globaler Wissenstransfer

Marina Filinberg

Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Im Neuenheimer Feld 535

69120 Heidelberg

 

Tel.: +49 (0) 6221 482 - 715

Fax: +49 (0) 6221 482 - 288

E-Mail: transfer@mpil.de

  • Geändert am: 11.02.2010
  • Top
  • Diese Seite empfehlen
  • English