Die Forschungsbereiche (III) und (IV): Die europa- und völkerrechtlichen Teilbereiche

Dieser Bereich der Forschungsgruppe widmet sich der Legitimation normativer Entscheidungen im Bereich der Biotechnologie und modernen Medizin im Europa- und Völkerrecht.

Eine besondere Schwierigkeit dieser Forschungsbereiche besteht darin, dass jenseits des Staates die Anwendbarkeit von Demokratie als Legitimationskonzept nicht unbestritten ist.

Hinsichtlich der Europäischen Union steht weniger die Möglichkeit als die angemessene Form demokratischer Legitimation im Fokus. Zu erörtern ist, welches Demokratiekonzept die supranationale Gestalt der Europäischen Union erfordert. Es wird untersucht, inwiefern das Mitentscheidungsverfahren als zentrales Rechtsetzungsverfahren der Union ein ihr strukturell entsprechendes Mittel demokratischer Legitimation insbesondere biomedizinischer Rechtakte ist.

Im Völkerrecht muss - unter anderem - geklärt werden, inwieweit der völkerrechtliche Diskurs überhaupt geeignet und in diesem Sinn auch legitimiert ist, bioethische Fragestellungen auf internationaler Ebene zu regeln.

 

Darüber hinaus muss das Ineinandergreifen von völkerrechtlichen und ethischen Prinzipien untersucht werden; dies gilt beispielsweise für den Bereich des Kriegsvölkerrechts, dessen Normen u.a. für das rechtlich tolerierte Verhalten von Ärzten in internationalen und nicht internationalen bewaffneten Konflikten auf die Regeln der „medizinischen Ethik“ verweisen.

Laufende Projekte in diesen Forschungsbereichen:

1. Forschungsarbeit: "The Intersection of Medical Ethics and International Humanitarian Law"

(Dissertation, Sigrid Mehring, Mitarbeiterin der Max-Planck-Forschungsgruppe) 

2. Forschungsarbeit „Chances for and Limits of International Law and Legal Discourse in the Area of Bioethics “

(Dissertation, Miriam Clados, Doktorandin der Max-Planck-Forschungsgruppe)

3. Forschungsarbeit „Das Mitentscheidungsverfahren als Mittel demokratischer Legitimation biomedizinischer und humanbiotechnologischer Rechtsetzung der Europäischen Union“

(Dissertation, Jelena von Achenbach, Doktorandin der Max-Planck-Forschungsgruppe)

 


  • Geändert am: 17.02.2010
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