International Max Planck Research School on Retaliation, Mediation and Punishment (IMPRS-REMEP)

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Zusammen mit dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht (Freiburg), dem Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (Halle) und dem Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt/Main) wurde die International Max Planck Research School on Retaliation, Mediation and Punishment gegründet, die am 1. April 2008 ihre curricularen Aktivitäten aufnahm. An der Research School sind auch die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Albert-Ludwigs Universität Freiburg und die Philosophischen Fakultät I der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beteiligt. Die zentrale Koordination liegt in der kriminologischen Abteilung des Freiburger Max Planck Instituts. Leiter der Heidelberger Abteilung der Research School ist Professor Wolfrum; die wissenschaftliche Koordination liegt in den Händen von Dr. Anja Seibert-Fohr. Mit der Bern Graduate School of Justice wurde im Juli 2009 eine internationale Kooperation eingegangen, die sich durch die gegenseitige Teilnahme sowie Veranstaltung gemeinsamer wissenschaftlicher Tagungen sowie die Möglichkeit zu wechselseitigen Forschungsaufenthalten von Doktoranden und leitenden Wissenschaftlern auszeichnet.

Das Forschungsprogramm befasst sich mit zentralen Fragestellungen der Aushandlung, Konstruktion, Aufrechterhaltung und Wiedergewinnung sozialer Ordnung und sozialer Kontrolle. Diese Grundsatzfragen haben im Kontext von Konflikt- und Postkonfliktgesellschaften neue Bedeutung gewonnen, wo bei der Suche nach modernen Lösungsstrategien auch tradierte Ansätze der Konfliktregelung (Mediation) nutzbar gemacht werden. Diese treten – partiell – neben überkommene Vergeltungskonzepte und ergänzen die etablierten Modelle des Strafens und der Strafbegründung – oder ersetzen sie teilweise ganz. Im Lauf der vergangenen Jahre wurde deutlich, dass lediglich ein interdisziplinärer Forschungsansatz neue Antworten auf die Frage nach dem Verhältnis von Frieden und sozialer Ordnung geben kann. Dies soll durch die Research School geleistet werden. Die Herangehensweise an diese zentralen Fragestellungen erfolgt jeweils aus der unterschiedlichen Perspektive der beteiligten Fachrichtungen unter Berücksichtigung eines interdisziplinären Ansatzes. In Heidelberg liegt der Schwerpunkt auf Studien, die sich mit der Rolle des Völkerrechts bei der Bewältigung sozialer Konflikte beschäftigen. Hier geht es um das völkerrechtliche System in seiner Funktion zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung von Frieden. Die Analyse der Wahrung der internationalen Ordnung durch das von dem Fehlen einer klaren Normenhierarchie und einer Zentralgewalt gekennzeichnete Völkerrecht steht im Zentrum der Arbeiten. Besonderer Wert wird auf die Herausbildung der internationalen Gerichtsbarkeit und das internationale Strafrecht in seiner Bedeutung für den internationalen Menschenrechtsschutz gelegt. Derzeit werden am Max Planck Institut für ausländischen öffentliches Recht und Völkerrecht zwei Doktorarbeiten zu dem Thema betreut. Die Arbeit von Julia Gebhard beschäftigt sich mit der Bedeutung der Menschenrechte für das Völkerstrafrecht

und der Frage, welchen Beitrag das Völkerstrafrecht zur Sanktionierung und ggf. auch Prävention schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen leisten kann (näher oben II. A. 1. b) bb) viii.). Das Dissertationsprojekt von Inga Svarca widmet sich der Rolle des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrecht für die Herstellung sozialer Ordnung in Lettland.

 

Die IMPRS REMEP insgesamt richtet sich an Nachwuchswissenschaftler aus den Rechtswissenschaften, der Kriminologie, der Rechtsgeschichte, des Völkerrechts sowie der Sozial- und Rechtsanthropologie. Im Berichtszeitraum sind insgesamt 22 Doktoranden in die IMPRS REMEP aufgenommen worden. Die Research School bietet ihren in- und ausländischen Doktoranden (derzeit aus China, Costa Rica, Frankreich, Kanada, Lettland, Mongolei, Niederlande, Österreich, Peru, Spanien, Sudan, Taiwan und Ungarn) während maximal drei Jahren die Möglichkeit, interdisziplinär zum Themenbereich Vergeltung, Mediation und Bestrafung in einem Verbund von Max-Planck-Instituten und Hochschulen zu forschen. Die Doktoranden nutzen an ihren jeweiligen Standorten (Frankfurt, Freiburg, Halle, Heidelberg) die hervorragenden Forschungsmöglichkeiten der Institute. Sie werden fächerübergreifend von den Direktoren sowie Hochschulprofessoren im Rahmen von sogenannten „Thesis Committees“ bei ihrer Forschungsarbeit betreut. In einem eigens hierfür aufgebauten, strukturierten und interdisziplinären Trainingsprogramm in Form von Kolloquien und Workshops wurden während des Berichtszeitraums zahlreiche Blockveranstaltungen angeboten, die zu dem Pflichtprogramm gehörten und an dem alle Doktoranden der REMEP teilnahmen. Die Kolloquien wurden abwechselnd an allen vier Standorten abgehalten. Ziel der Kolloquien war es, dass sich die Doktoranden über ihr eigenes Forschungsprojekt hinaus mit den theoretischen Grundlagen und empirischen Zugängen aller beteiligten Disziplinen auseinandersetzen. Die vom 26. bis 28. Mai 2008 in Heidelberg durchgeführte Veranstaltung beschäftigte sich mit dem Völkerrecht als Mittel der Friedenssicherung und Streitbeilegung, der Funktion von Rechtsstaatlichkeit für die internationale Friedenssicherung bei der Aushandlung und Wiedergewinnung von sozialer Ordnung und der Rolle des Völkerstrafrechts für den Individualrechtsschutz. Im Jahr 2009 wurde eine sog. Winter University mit Fachvorträge der beteiligten Direktoren und Wissenschaftler sowie mit Doktorandenkolloquia angeboten. Darüber hinaus werden sogenannte „Soft Skills“ („Presentation Skills, Academic Writing, Project Management, Speed Reading“) vermittelt. Die Trainingssprache der Research School ist Englisch.

 


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  • Geändert am: 09.06.2010
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