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MAGGI: Die Multiplizierung von Autoritäten in Global-Governance-Institutionen

Die Forschungsgruppe MAGGI untersucht die Macht und Legitimität von Global-Governance-Akteuren mit einem Fokus auf den Vereinten Nationen und der Europäischen Union. Gefördert von der Max-Planck-Gesellschaft (2020-2025).

Leitung

PD Dr. Janne Mende ist W2-Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. Zuvor war sie Vertretungsprofessorin für Transnational Governance an der Technischen Universität Darmstadt und Projektleiterin am Institut für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Menschenrechte, Global Governance, internationale Institutionen und transnationale Normen. Zu ihren Veröffentlichungen zählen „Global Governance und Menschenrechte: Konstellationen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit“ (Nomos 2020), „A Human Right to Culture and Identity? The Ambivalence of Group Rights” (Rowman & Littlefield International 2016) sowie “Begründungsmuster weiblicher Genitalverstümmelung. Zur Vermittlung von Kulturrelativismus und Universalismus“ (Transcript 2011).

Kurzbeschreibung

Die Forschungsgruppe untersucht die Autorität von staatlichen, zwischen- und nicht-staatlichen Akteuren in internationalen Institutionen: Welche Akteure (Unternehmen, NGOs, nationale Menschenrechtsinstitute, Städte usw.) üben welche Formen von Autorität aus – und wie lassen sich diese (perspektivisch) demokratisch einbetten? Der empirische Fokus liegt auf Akteuren in den Vereinten Nationen und der Europäischen Union. Autorität wird operationalisiert als Triade aus Macht, Legitimität und den Bezug auf öffentliche Interessen. Im Ergebnis werden unterschiedliche Formen von Autorität in internationalen Institutionen entlang der Linien von Institutionalisierung, Verrechtlichung und Partizipation identifiziert und konzeptualisiert. Diese erfordern bzw. ermöglichen eine Multiplizierung des Konzeptes von Autorität zwischen und jenseits von öffentlicher und privater Autorität, um so aktuelle Anforderungen an Demokratie und das internationale Menschenrecht zu formulieren.
Die Forschungsgruppe MAGGI kooperiert eng mit dem Forschungsprojekt Internationale öffentliche Autorität, das von Armin von Bogdandy geleitet wird. Außerdem leitet sie den Gesprächskreis Menschenrechte.

Mitarbeiterinnen

Julia Drubel

Drubel, Julia

Julia Drubel ist seit Juni 2021 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt. Zuvor war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Internationale Beziehungen an der Justus-Liebig-Universität, Gießen. Sie hat sich in ihrer Dissertation mit der Effektivität des ILO-Zwangsarbeitsverbots im Kontext einer globalisierten Wirtschaft beschäftigt und arbeitete Erklärungen für dessen (Nicht-)Verwirklichung heraus. Ihre Arbeitsgebiete liegen in der Beforschung globaler Normativität und der globalen politischen Ökonomie mit Schwerpunkten auf Global Social Governance und Nachhaltigkeit.


Franziska Plümmer

Plümmer, Franziska, Mag. Dr.

Franziska Plümmer ist seit Februar 2021 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt und forscht zu digitaler Souveränität und Autorität in multilateralen Institutionen der Datenregulierung. Vor ihrer Arbeit am MPI forschte und lehrte sie an der Universität Wien sowie an der Universität Tübingen. In Tübingen promovierte sie zu Sicherheitspraktiken des chinesischen Grenzregimes. Grundsätzlich liegt ihre Forschung an der Schnittstelle von Internationalen Beziehungen, kritischer Sicherheitsforschung und Chinastudien.


Marie Lohrum

Lohrum, Marie

Marie Lohrum ist Doktorandin im Projekt seit 2021. Ihr Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit der Frage der Einflussnahme von Interessengruppen auf den europäischen Gesetzgebungsprozess. Nach ihrem B.A. in Integrativer Sozialwissenschaft an der Technischen Universität Kaiserslautern absolvierte sie 2019 den M.Sc. Research Master European Studies an der Maastricht University. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie, aus welchen Gründen Interessengruppen Zugang zu Beamten der Europäischen Kommission bekommen. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich der Europäischen Union, der Demokratietheorie, des Extremismus und der Einflussnahme nicht-staatlicher Governance-Akteure.


Fumie Nakamura

Nakamura, Fumie

Fumie Nakamura ist seit Januar 2021 Doktorandin im Projekt. Sie forscht zu Städten und Autorität. Zuvor schloss Fumie den M.A. in Social Sciences (Democracy and Governance) an der University of Tartu ab. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie die Entstehung und Funktion informeller Verantwortlichkeit in grenzüberschreitenden Kontexten und illustrierte diesen zugrundeliegenden Begriff anhand transnationaler Städtenetzwerke in der Europäischen Union. Zuvor absolvierte Fumie einen M.A. in Literatur (Cultural Sciences German Studies) an der Waseda University und einen B.A. im Bereich Communication Studies an der University of California, Los Angeles.   


Schuller, Kerstin

Kerstin Schuller ist wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt seit 2021. Sie absolviert derzeit den M.A. Konferenzdolmetschen an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit der Sprachkombination Deutsch, Englisch und Portugiesisch. Zuvor hat sie Rechtswissenschaft mit dem Schwerpunkt Deutsches, Europäisches und Internationales Öffentliches Recht an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert und den B.A. Übersetzungswissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg abgeschlossen.


Publikationen

Mende, Janne (2021): Common Identities, Overlapping Authorities and Complexity. Practices of (De-)Legitimation in the United Nations, in: Max Planck Institute for Comparative Public Law & International Law Research Paper, Jg. 6, Nr. 2021-05, online: https://ssrn.com/abstract=3790292

Mende, Janne (2020): Business Authority in Global Governance: Beyond Public and Private, WZB Berlin Social Science Center Discussion Paper, Nr. SP IV 2020-103, online: https://www.econstor.eu/handle/10419/218731  

Assoziierte Forscher/innen

Andreas Corcaci

Corcaci, Andreas, Dr.

Andreas Corcaci ist promovierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Mehrebenen-Governance, Judicial Politics und Europäische Integration mit einem Fokus auf Umwelt-, Energie- und Klimapolitik, sowie Konzeptstrukturen und QCA. Derzeit forscht er zu Streitschlichtung und Compliance in Umweltfragen jenseits des Nationalstaats. Er hat einen Dr. phil. von der Technischen Universität Darmstadt, ebenso wie einen BA in Politikwissenschaft und einen MA in Governance und Public Policy. Seine Dissertation zu Compliance in der Europäischen Union basiert auf einer mengentheoretischen Konzeptformation und verfolgt einen Fallstudienvergleich mithilfe von QCA.


Serdar Damar

Damar, Serdar

Serdar Damar arbeitet zurzeit als Bildungsbegleiter in Frankfurt am Main. Er ist seit 2021 Doktorand und forscht zu den Akteuren der kurdischen Befreiungsbewegung und ihrem Autoritätsverlust im Zuge des sog. Arabischen Frühlings. Serdar studierte im Zweiten Bildungsweg Politikwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt sowie an der San Diego State University in Kalifornien. 2013 schloss er das Studium mit einer Arbeit zur politischen Ökonomie der Türkei in der post-bipolaren Welt ab. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Global Governance, Internationale Beziehungen staatlicher und nicht-staatlicher Akteure sowie Demokratie- und Freiheitstheorien.


Valter Angelo da Silva Junior

Angelo da Silva Junior, Valter

Valter Angelo da Silva Junior ist als Bundeskanzler-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung in der Forschung beim Bundesverband der Deutschen Industrie tätig. Er erforscht die Autorität nicht-staatlicher Akteure in Bezug auf die Politik der Europäischen Union und die Entscheidungsfindung bei transnationalen Handelsabkommen. Er hat einen M.A. in Internationaler Politik von der Universidade Estadual da Paraiba (Brasilien), in der er chinesische quantitative Methoden zur Messung von Staatsmacht untersuchte. Seine Forschungsinteressen sind die Handelspolitik der Europäischen Union, der Einfluss von Interessengruppen und transnationale Governance.


Anneloes Hoff

Hoff, Anneloes

Anneloes Hoff ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Unternehmen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit: Autorität, Legitimität und Verantwortung im Menschenrechtsregime der Vereinten Nationen“ am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. Sie forscht im Feld Unternehmen und Menschenrechte. Ihr interdisziplinäres Forschungsprofil zeigt sich in ihrem DPhil und einem MPhil in Socio-Legal Studies an der University of Oxford sowie ihrem BA (Hons) in International Law and Politics am University College Roosevelt (Universität Utrecht). Ihre Dissertation untersuchte die Corporate-Social-Responsibility-Praxen eines Goldminen-Unternehmens und wurde durch 15 Monate Feldforschung in Kolumbien fundiert.


Ioannis Kampourakis

Kampourakis, Ioannis

Ioannis Kampourakis is a Postdoctoral Researcher at Erasmus School of Law, Erasmus University Rotterdam, working under the theme 'The Rule of Law in the Face of Rising Private Powers'. Prior to joining ESL, Ioannis held postdoctoral positions at the Centre for Socio-Legal Studies, University of Oxford, and at the Edmond J Safra Center for Ethics, Tel Aviv University. He is currently also a Visiting Professor at Tel Aviv University, a Visiting Lecturer at the Riga Graduate School of Law, and a Postdoctoral Associate at the University of Oxford. Ioannis holds a PhD in Law from the Free University of Berlin, where he studied as a stipendiary Fellow of the international doctoral programme, 'Human Rights Under Pressure'. He also holds a Master's in Public Law from Université Paris I-Sorbonne and an LLB from the National and Kapodistrian University of Athens. Ioannis's areas of research include legal theory, political economy, and EU and international law, with a focus on transnational economic governance. Drawing from the governance and regulation of Global Value Chains, Ioannis attempts to map and analyze the transformations in the form and function of law in contemporary supply chain capitalism. Besides his academic endeavours, Ioannis is also a published author of fiction.


Umer Bilal Khan

Khan, Umer Bilal

Umer Bilal Khan ist seit 2019 Doktorand an der Universität Rostock im Bereich Global Governance, gefördert durch ein Promotionsstipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung. In seiner Promotion beschäftigt er sich mit multiplen und unterschiedlichen Formen von Autoritäten in der Global Governance, die über ein festes, vertragliches und traditionelles Verständnis von Befehl und Gehorsam hinausgehen. Vor seiner Promotion arbeitete er als Policy Research & Development Officer im Planning & Development Department der Provinz Balochistan in Pakistan mit Fokus auf den China-Pakistan Economic Corridor (CPEC). Er ist DAAD-Alumnus und hat seinen Master in Public Policy & Good Governance an der Universität Passau absolviert.


Maria Manoli

Manoli, Maria

Maria Manoli ist Doktorandin am Institut für Luft- und Weltraumrecht (IASL) der Rechtsfakultät der McGill University, wo sie auch als Erin JC Arsenault Fellow im Bereich Global Space Governance tätig war. Ihre Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Nutzung und Ausschöpfung von natürlichen Ressourcen im Weltraum aus einer interdisziplinären und kritischen theoretischen Perspektive. Sie hat einen Masterabschluss in Zivilrecht und internationalem Recht der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen, wo sie auch ihr grundständiges Studium der Rechtswissenschaften absolviert hat, sowie einen Masterabschluss im Bereich Luft- und Weltraumrecht der McGill University. Sie hat mehrere wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und zwei Bücher zur Thematik des Weltraumrechts herausgegeben. Sie ist beteiligt an internationalen Forschungsprojekten wie der Gruppe zur Weltraumregierung und dem Projekt MILAMOS der McGill University. Ihr Interessengebiet umfasst Völkerrecht, Weltraumrecht, Recht und Technologie, kritische Rechtslehre und postkoloniale Ansätze im Völkerrecht.


Raphael Oidtmann

Oidtmann, Raphael

Raphael Oidtmann ist aktuell Wissenschaftlicher Referent der Geschäftsführung am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt und zusätzlich Adjunct Lecturer an der Abteilung Rechtswissenschaft der Universität Mannheim. Im Rahmen seiner akademischen Ausbildung hat er Masterabschlüsse in Politikwissenschaften (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), internationalem und vergleichendem Recht (Universität Mannheim & University of Adelaide) sowie in internationalen Beziehungen (University of Cambridge) erworben. Er ist Alumnus der Haager Akademie für Internationales Recht und aktuell unter der Betreuung von Frau Professor Nicole Deitelhoff externer Doktorand am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt. Raphaels Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen des allgemeinen Völkerrechts, im Völkerstrafrecht, der Geschichte des Völkerrechts, dem Menschenrechtsschutz und humanitärem Völkerrecht sowie den Theorien und der Historie der internationalen Beziehungen, der Geopolitik, der internationalen Sicherheit und der Europäischen Integration. In seiner Forschung hat er sich zuletzt mit (1) der Akteurseigenschaft internationaler Institutionen (insbesondere internationalen Strafgerichtshöfen), (2) dem Zusammenspiel von “Global Health” und internationalem Recht sowie (3) der Realisierung und Aufrechterhaltung von (strafrechtlicher) Gerichtsbarkeit in Räumen begrenzter Staatlichkeit (bspw. der Hohen See, der Arktis und Antarktis) befasst.