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Abstracts of the last 4 Issues

Kindersoldatentum 2.0 – klassische Kindersoldaten und minderjährige foreign fighters

Laura Katharina Sophia Neumann
 
 
Kindersoldaten sind kein neues Phänomen. Sie existieren seit es bewaffnete Konflikte gibt und prägen teilweise deren Bild. Mit der Diversifizierung der Konfliktarten nimmt auch das Kindersoldatentum immer neue Gesichter an. Das derzeit in westlichen Staaten wohl meist diskutierte ist das des minderjährigen foreign fighters, der aus den westlichen Staaten stammt und von Terrororganisationen wie dem Islamischen Staat im Irak und in Syrien (ISIS) für den Kampfeinsatz im Ausland rekrutiert wird. Vom klassischen Kindersoldaten, der in bürgerkriegsartigen Konflikten insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent oft gegen seine eigenen Landsleute kämpft, unterscheidet er sich faktisch erheblich. Dies schlägt sich in der unterschiedlichen Strafverfolgungspraxis nieder. Das Recht ignoriert die zum klassischen Kindersoldaten bestehenden Unterschiede aber ebenso wie die Unterschiede zu volljährigen mutmaßlichen und überführten Tätern insbesondere terroristischer Straftaten einerseits und zu sonstigen jugendlichen Straftätern andererseits. Es widmet sich dem minderjährigen foreign fighter nicht speziell. Seine tatsächliche Behandlung lässt es damit in einem rechtlich undefinierten Zwischenraum schweben. Der folgende Beitrag ruft dazu auf, diesen Schwebezustand zu beenden und dem minderjährigen foreign fighter den spezifischen Schutz zu gewähren, dessen er bedarf.

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