Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht Logo Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Sie befinden sich hier: Aktuelles Mitteilungen

Mitteilungen

Helmut Philipp Aust wird Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Helmut Philipp Aust wurde zum wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (MPIL) in Heidelberg berufen. Er tritt das Amt im April 2026 an; ab 1. September 2026 in Vollzeit. Der 1980 geborene Jurist wird das Institut gemeinsam mit Anne Peters und Armin von Bogdandy leiten.

Aust arbeitet zu Grundfragen der Völkerrechtsordnung, zur Rolle von Städten im Völkerrecht sowie dem Verhältnis zwischen Völkerrecht und nationalen Rechtssystemen. Am MPIL wird Aust neue Forschungsschwerpunkte zum Völkerrecht der Kooperation in antagonistischen Zeiten, zum empirischen Außenverfassungsrecht und zu Geographien des Völkerrechts aufbauen.

Ein Schwerpunkt seiner bisherigen Forschung ist das Recht der Staatenverantwortlichkeit. In „Complicity and the Law of State Responsibility“ (Cambridge University Press, 2011) untersucht er, unter welchen Voraussetzungen Staaten für die Unterstützung völkerrechtswidrigen Handelns anderer Staaten verantwortlich werden; für diese Arbeit erhielt er 2013 den Hermann-Mosler-Preis der Deutschen Gesellschaft für Internationales Recht.

Mit „Das Recht der globalen Stadt“ (Mohr Siebeck, 2017) und dem gemeinsam mit Janne Nijman herausgegebenen und mit dem Collaborative Book Prize der European Society of International Law ausgezeichneten „Research Handbook on International Law and Cities“ (Edward Elgar, 2021) hat er Arbeiten vorgelegt, die Städte als Akteure im Völkerrecht in den Mittelpunkt rücken.

Hinzu kommen Veröffentlichungen zur Auslegung internationalen Rechts durch nationale Gerichte und zum vergleichenden Foreign Relations Law, darunter der Band „The Interpretation of International Law by Domestic Courts“ (Oxford University Press, 2016; mit Georg Nolte).

Aust studierte Rechtswissenschaft in Göttingen und an der Université Paris XII. 2009 wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert; 2016 folgte dort die Habilitation mit der venia legendi für Öffentliches Recht, Völkerrecht, Europarecht und Rechtsvergleichung. 2016 nahm er einen Ruf an die Freie Universität Berlin an; einen Ruf an die Leibniz Universität Hannover lehnte er 2022 ab.

Internationale Forschungs- und Lehrtätigkeiten führten ihn unter anderem an das Lauterpacht Centre for International Law in Cambridge, an die Melbourne Law School und an die Université Paris II Panthéon-Assas. 2025 bis 2027 ist er zudem Gastprofessor am Urban Institute der Singapore Management University. Er leitet das Komitee zum Thema Urbanisierung und Völkerrecht der International Law Association und ist Mitglied beratender Gremien des American Law Institute, des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Für seine Lehre erhielt er 2022 den Lehrpreis des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin.

[zurück]