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Die arbeitsrechtliche Dimension des transformativen Konstitutionalismus in Lateinamerika

Leiter(in):

Armin von Bogdandy

Franz Ebert

Über das Projekt:

Dieses Projekt untersucht die arbeitsverfassungsrechtliche Dimension des transformativen Konstitutionalismus in Lateinamerika im Sinne des „Ius Constitutionale Commune en América Latina“-Projektes (ICCAL). Von Bedeutung ist diese Dimension insbesondere mit Blick auf die Verwirklichung sozialer Inklusion und der Verringerung wirtschaftlicher Ungleichheit. Dies beinhaltet sowohl die Integration eines möglichst großen Teils der Bevölkerung in den Arbeitsmarkt als auch den Schutz der Arbeitnehmer vor Ausbeutung und Verletzung ihrer Arbeitnehmerrechte. Dabei nimmt das Projekt auch Probleme wie den großen informellen Sektor und den hohen Anteil von prekären Beschäftigungsverhältnissen in den lateinamerikanischen Staaten in den Blick, deren Folgen durch die jüngste COVID-19-Krise noch verschärft wurden.

Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, die arbeitsverfassungsrechtlichen Gehalte lateinamerikanischer Verfassungen systematisch zu analysieren, um deren Potenzial für die strukturelle Verbesserung von Arbeitnehmerrechten in der Region zu erkunden. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie internationale – insbesondere interamerikanische – Rechtsinstrumente mit den entsprechenden innerstaatlichen Verfassungsnormen interagieren. Auch bezweckt das Projekt ein besseres Verständnis der Anwendung der entsprechenden Normen und deren Beitrag zur Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten in der Praxis. Schließlich soll das Projekt einen Raum für die Reflexion von strukturellen Herausforderungen in diesem Bereich bieten. Dazu gehören zum einen das Verhältnis des transformativen Konstitutionalismus zu privaten Regulierungsformen auf innerstaatlicher und transnationaler Ebene. Zum anderen sollen die Folgen des technologischen Wandels für diesen Konstitutionalismus berücksichtigt werden, insbesondere mit Blick auf die voranschreitende Digitalisierung und Automatisierung.

Eröffnet wurde das Projekt im Dezember 2020 mit einem Expertenworkshop, an dem unter anderem Vertreter aus der Wissenschaft, der Internationalen Arbeitsorganisation und dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte teilnahmen. Auf dieser Grundlage soll eine umfangreichere Tagung organisiert werden, die Verfassungs-, Arbeits- und Völkerrechtler zusammenbringt. Diese Tagung soll auch als Grundlage für einen Sammelband zu dieser Thematik dienen, der in spanischer Sprache erscheinen wird.