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Entwicklung und Struktur des Instituts

 

Das Institut entstand 1924 mit Sitz im Berliner Stadtschloss und wurde 1949 von der Max-Planck-Gesellschaft als Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg neu gegründet. Heute forschen hier Wissenschaftler im Rahmen von Instituts- und individuellen Projekten zu Grundfragen wie aktuellen Problemen des Völkerrechts, des Unionsrechts und des öffentlichen Rechts verschiedener Staaten, oft auch rechtsvergleichend.
 
Am Institut arbeiten außerdem zahlreiche Gastforscher aus der ganzen Welt zu einem weiten Spektrum völkerrechtlicher, unionsrechtlicher und rechtsvergleichender Themen. Die Forschungsaufenthalte dauern von einigen Wochen bis zu mehreren Jahren. Gastforscher können sich aktiv an den Institutsveranstaltungen beteiligen. Hierzu gehören die wöchentliche Referentenbesprechung, die Forschungsseminare der Direktoren, themenspezifische Gesprächskreise und weitere Veranstaltungen. Zwischen Gastforschern und Forschern des Instituts besteht ein reger wissenschaftlicher Austausch.
 
Ein zentrales Forschungsinstrument ist die Bibliothek mit ihren rund 645.000 Bänden und mehr als 25.000 Zeitschriftentiteln. Sie ist auf den Gebieten des Völkerrechts, des ausländischen öffentlichen Rechts und des Europarechts die größte juristische Spezialbibliothek in Europa und eine der größten der Welt.
 
Das Institut steht öffentlichen Einrichtungen, insbesondere internationalen und europäischen Institutionen, dem Bundesverfassungsgericht, dem Deutschen Bundestag und Ministerien des Bundes sowie der Länder für Auskünfte, Gutachten und Beratung in völkerrechtlichen, unionsrechtlichen und sonstigen öffentlich-rechtlichen Fragen zur Verfügung. Das Institut ist durch Anne Peters im völkerrechtswissenschaftlichen Beirat des Auswärtigen Amtes vertreten, Armin von Bogdandy war Mitglied des Wissenschaftsrats.
 
Die Direktoren des Instituts hatten und haben internationale Ämter inne, unter anderem in der Europäischen Kommission für Demokratie durch Recht (Venedig-Kommission) und Fact-Finding Mission zum Georgienkrieg (Anne Peters); am OECD-Kernenergiegericht und im wissenschaftlichen Ausschuss der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (Armin von Bogdandy); am Internationalen Seegerichtshof und dem UN-Ausschuss für die Beseitigung von Rassendiskriminierung (Rüdiger Wolfrum); in der Europäischen Kommission für Menschenrechte (Jochen A. Frowein); am Bundesverfassungsgericht und Schiedsgerichtshof der OSZE (Helmut Steinberger); am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (Rudolf Bernhardt und Hermann Mosler); am Internationalen Gerichtshof (Hermann Mosler).
 
Das Institut ist durch seine Forschungsaktivitäten einschließlich der Großprojekte Ius Publicum Europaeum, International Public Authority, Ius Constitutionale Commune en América Latina, die Max Planck Encyclopedia of Public International Law und die Constitutions of the Countries of the World, seine internationalen Gastforscher, sowie durch die Teilnahme an Forschungsprojekten und durch Gastprofessuren der Direktoren in ein dichtes Netz nationaler und internationaler Kooperation eingebunden.

 

Armin von Bogdandy erhielt im Jahre 2014 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, 2015 den Premio Internacional de Investigación „Héctor Fix Zamudio“ der Universidad Nacional Autónoma sowie den Gerichtshammer des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte und 2008 den Preis der Berlin-Brandenburgerischen Akademie der Wissenschaften für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Grundlagen des Rechts und der Wissenschaft.
 
Anne Peters war von 2012-2016 Mitglied des Scientific Council des European University Institute (Florenz) und ist Mitglied des Beirates des Wissenschaftszentrums Berlin. Sie hatte Gastprofessuren unter anderem an der Universität Paris II, der Beida Universität Peking und der Michigan Universität inne.
 
Mit der Universität von Santiago de Chile und der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg führt das Institut einen LL.M. Studiengang zum internationalen Wirtschaftsrecht durch, den 2004 bis 2013 Rainer Grote betreute und der seit 2013 von Anne Peters mitverantwortet wird. Ferner besteht eine intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit unter anderem mit dem Instituto de Investigaciones Jurídicas der Universidad Autónoma de México (UNAM) und mit der Juristischen Fakultät der Universität Basel.
 
Die Max-Planck-Stiftung für Internationalen Frieden und Rechtsstaatlichkeit wurde 2013 aus dem Institut ausgegründet, um insbesondere praxisorientierte Rechtsberatung zu leisten.

Geändert am: 30.01.2017